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Wagenburg Hermannswerder kämpft

Geschrieben von mikew am Sonntag, 15. August 2010
Menschen, Institutionen und Vereine
Die Bewohnerinnen und Bewohner der überschaulichen Wagenburg auf der Insel Hermannswerder in Potsdam gehen aktiv mehr denn je an die Öffentlichkeit und mobilisieren die Medien.
Seit über einem Jahr bemüht sich die kleine Gemeinschaft um ihre Heime auf Rädern und müssen, wie es nicht selten üblich ist, mit einer wackligen Duldung der Stadt Potsdam leben. "Der Antrag zum Aufstellen der Wohnwagen musste abgelehnt werden, da die gesetzlichen Voraussetzungen für die planungsrechtliche Genehmigung im sog. „Außenbereich" nach § 35 BauGB nicht gegeben sind. Zudem widerspricht die bauliche Entwicklung bis an den Uferweg heran den übergreifenden planerischen Konzepten des Uferkonzeptes, des Landschaftsplanes und den städtebaulichen Zielvorgaben des Flächennutzungsplanes, die übereinstimmend eine öffentliche Grünzone am Ufer im Bereich des Fähranlegers vorsehen.", so die Stadt Potsdam in ihrer Erklärung. Auch wenn es so klingt, bedeutet es nicht, "Ihr könnt hier verbleiben, aber müsst bitte einge Regeln einhalten!".

Erst kürzlich erklärte der Potsdamer Beigeordnete für Stadtentwicklung und Bauen Matthias Klipp: „Ich stehe für Gespräche zur Verfügung. Ich erwarte aber von den Bewohnern der Tornowstraße 38 auf Hermannswerder, dass sie neben medienwirksamen Auftritten auch eigene Aktivitäten unternehmen, um nach Alternativstandorten zu suchen oder angebotene Alternativen offen zu prüfen. Wir haben den Bewohnern schon 2009 zugesichert, die Wohnwagen bis 2012 zu dulden, damit genug Zeit für die Umsetzung der Wagen bleibt." Hiernach steht fest, dass langfristig eine Umsetzung erfolgen wird. Die bisherigen Angebote der Stadt Potsdam, zum Beispiel die Wagenburg nach Golm zu verlegen, sind scheinbar vom Tisch.

Laut der Potsdamer Neueste Nachrichten (PNN) und der Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ) soll neben der ablaufenden Duldung der Stadt Potsdam jetzt gewichtig die Beschwerden einer Anwohnerin die Debatte in der breiten Öffentlichkeit angeheizt haben. Die Anwohnerin in der Nähe der Wagenburg habe sich wiederholt über Rauchbelästigungen und Ruhestörungen bei der Polizei beklagt.
Ob die Wagenburgler wirklich mehrmals bei einer Anwohnerin für Störungen sorgten bleibt fraglich.
Bekannt ist, dass die Bewohnerinnen und Bewohner der Wagenburg von Beginn an mit den Nachbarn in unmittelbarer Umgebung und auch in der Innenstadt Potsdams aktiv Informationspolitik betrieben um für Aufklärung um Unterstützung zu werben.
Erst vor einigen Wochen veranstalteten die Wagenburg-Bewohnerinnen auf dem Luisenplatz ein Info-Frühstück für alle interessierten Potsdamer und sorgten durch weitere Aktionen für Aufmerksamkeit.

Aktuell ist auf den Internetseiten der Potsdamer Neueste Nachrichten eine Umfrage zum Thema online, "Auf Hermannswerder gibt es Vorbehalte gegen das Wohnprojekt Tornow 38. Soll die Wagenburg auf der Halbinsel bleiben?" Laut PNN votierten bis zum Sonntagabend mehr als 825 Stimmen für ein klares Ja und 149 Stimmen für Nein.

Es gab Zeiten in denen Potsdam eine der Wagenburg-Hauptstädte schlechhin war. Noch vor 15 Jahren hätte man sich Potsdam ohne eine freilebende Szene nicht vorstellen können. Nicht zuletzt da die alternative Szene in Potsdam seit der Wende 1989 sich im Zentrum der Stadt stark etabliert hatte und das Bild Potsdams maßgeblich bestimmte.
Die wohl größte und bekannteste Wagenburg Potsdams mit mehr als 40 Bewohnerinnen und Bewohnern war jahrelang in der Nedlitzer Straße Potsdam anzufinden, bevor diese in den Norden an den Rand der Stadt zum Lerchensteig verdrängt wurde.

Die Wagenburg auf Hermannswerder gehört zu den letzten alternativen Wohnprojekten auf Rädern in Potsdam.

Link zur Umfrage der PNN
http://www.pnn.de

Wagenburg Hermannswerder kämpft

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