Regenwassereinigungsanlage für
Groß Glienicke
Der erste im
Land Brandenburg errichtete Retentionsbodenfilter zur Reinigung von Regenwasser
wurde in Betrieb genommen. Er wurde durch den Fachbereich Grün- und
Verkehrsflächen der Landeshauptstadt Potsdam gebaut. Dieser
Retentionsbodenfilter reinigt das Regenwasser durch einen nach besonderer
Rezeptur hergestellten Filtersand und den belebten Filterboden. Dieses Prinzip
dient insbesondere dem Rückhalt von Phosphor. Die Oberfläche der Anlage ist
flächendeckend mit Schilf bepflanzt, das im natürlichen Vegetationszyklus
ungemäht auf dem Filter verbleiben kann. So kann nunmehr kein ungereinigtes
Regenwasser mehr in den Groß Glienicker See fließen.
In den 1990-iger
Jahren sind im nördlichen Bereich des Ortsteils Groß Glienicke, zwischen
Potsdamer Straße und Hechtsprung, viele Wohnungen entstanden. Auch der Ausbau
des Straßennetzes erfolgte. Für das aus Straßen- und Dachflächen anfallende Regenwasser
entstand ein System aus Versickerungsanlagen und Regenwasserkanälen mit Auslauf
in den Groß Glienicker See ohne vorherige Reinigung.
Zur Vermeidung
von Verunreinigungen und zum Erhalt der natürlichen Selbstreinigungskraft des
Groß Glienicker Sees musste der Einfluss von schädlichen Stoffen verhindert
werden. Deshalb war eine Regenwasservorbehandlung zwingend erforderlich. Um chemische
und organische Stoffe zurückzuhalten, insbesondere den Phosphor, hat die
Landeshauptstadt Potsdam mit Unterstützung des Ministeriums für Umwelt,
Gesundheit und Verbraucherschutz den ersten Retentionsbodenfilter im Land
Brandenburg geplant und fertiggestellt.
In diesem
Zusammenhang ist auch die Wegeverbindung von der Dorfstraße zum Uferwanderweg,
der Weg Am Denkmal, ausgebaut worden. Um die Versiegelung so gering wie möglich
zu halten, ist zur Befestigung ein Sickerpflaster eingebaut worden. Die
Herstellungskosten der Gesamtanlagen belaufen sich auf 500.000 Euro. Durch das
Land Brandenburg wurde das Vorhaben mit 150.000 Euro gefördert.